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01.04.2021 Standpunkte

Hotel „Bienchen“ feiert Richtfest

Heutzutage wird immer mehr über das Insektensterben berichtet. Auch für uns in der Umweltgruppe ist das ein großes Thema. Um die Insekten unterstützen zu können, machten wir uns Gedanken um eine nachhaltige Gestaltung der Außenanlage des Wohnzentrums. Ganz konkret planten wir den Bau eines Insektenhotels. Heute möchte ich euch davon erzählen.
Um überhaupt mit dem Bau beginnen zu können, brauchten wir erst einmal geeignetes Material. Im Herbst 2019 baten wir über ein Plakat, Mitarbeiter und Besucher uns dafür etwas beizusteuern. Schon innerhalb von ein paar Wochen hatten wir einige verschieden große und dicke Baumstammscheiben, Schilf- und Bambusrohre, sowie einen großen Sack voll Tannenzapfen gespendet bekommen.
Eigentlich hatten wir den Start des Baus für März 2020 geplant, doch dann kam uns Corona in die Quere. Wir mussten aufgrund der gesetzlichen Corona Vorschriften eine Zwangspause einlegen, denn die Regelungen erlaubten es nicht mehr, sich in Gruppen treffen zu können. Schon während der Zwangspause holten wir uns Infos und Tipps für das richtige Bauen eines Insektenhotels ein.
Dann endlich konnten wir mit dem Bau der großen Unterkunft starten. Die Mitarbeiter vom EKWZ Melanie und Serdar unterstützten uns tatkräftig. Vor allem Serdar, mit seinen guten Ideen und seinem handwerklichen Geschick, bereicherte unsere Gruppe.
An einem schönen Junitag begannen wir mit vollem Elan und Tatendrang den Hausbau. Jedes Mitglied bekam eine geeignete Aufgabe zugeteilt. Serdar und Melanie achteten darauf, dass jeder Bewohner eine Aufgabe nach seinen Fähigkeiten übernehmen konnte. Martin und Sonja waren für die Schilf- bzw. Bambusrohre zuständig. Martin maß die passende Länge der Rohre ab und Sonja schnitt sie zu. Nachdem alle die passende Größe hatten, wurden diese zu gleichgroßen Bündeln zusammengebunden.
Parallel dazu arbeitete Serdar mit ein paar anderen Bewohnern am Rohbau. Unter dem Brennmaterial für unsere alljährlichen Lagerfeuer fanden sie dafür geeignetes Material. Eine Holzpalette bildet das Grundgerüst und einige Bretter lagen für die einzelnen Etagen und für das Dach bereit.
Alle Einzelteile mussten glatt geschliffen und zusammengebaut werden. Um dem Insektenhotel die Struktur eines richtigen Hauses zu geben, bauten wir nun mit den vorhandenen Brettern verschieden große Etagen und Zimmer ein.
In der Zwischenzeit schliffen Sina und andere Bewohner Holzwürfel und Baumstammscheiben glatt und Martin bohrte Löcher in verschiedenen Größen hinein. Das war das Baumaterial, um die einzelnen Zimmer einrichten zu können.
Nun kümmerten wir uns um das Dach. Dies wurde aus zwei dicken stabilen Holzbrettern zusammengezimmert und mit einer Rückwand vollendet. Um das ganze Haus regensicher zu machen, nagelten wir auf die Holzbretter Bitumen-Dachschindeln in Biberschwanzform und lackierten die Rückwand mit wasserdichter Farbe. Jetzt ging es an die Innenausstattung. Die einzelnen Räume und unsere große Suite im Dachgeschoss, schmückten wir nun mit den Baumstammscheiben, Holzwürfeln, Reisig und Tannenzapfen aus. Damit die Inneneinrichtung nicht wieder aus den einzelnen Zimmern herausfallen kann, zogen wir einen Hasendraht über die gesamte Vorderfront des Insektenhotels.
Zum Schluss musste nur noch das Dach auf dem Haus befestigt werden.
Mittlerweile war der Herbst in´s Land gezogen. Zusammen entschieden wir uns, erst im Frühjahr 2021 das Hotel an seinen geeigneten Platz zu stellen. Über die Wintermonate machten wir uns über einen sinnvollen Standplatz Gedanken. Wir einigten uns auf das Blumenbeet neben dem Parkplatz am Hohenloher Integrations Unternehmen.
Als im Frühling 2021 die ersten Blumen anfingen uns ihre bunten Spitzen zu präsentieren, entschlossen wir uns, dass jetzt die Zeit gekommen war, unser Insektenhotel aufzustellen. Wir richteten die Vorderfront des Hotels in die richtige Richtung aus. Damit bewirkten wir beispielsweise, dass sich die Larven durch die intensive Sonneneinstrahlung gut entwickeln können und falls es mal einen heftigen Regenschauer geben sollte, die Wohnungen wieder schnell trocknen.
Im April möchten wir noch auf der gegenüberliegenden Wiese insektenfreundliche und heimische Blumen säen. So haben unsere fliegenden Untermieter in Zukunft genug Nahrung vor ihrer Haustür.
Jetzt sind wir gespannt, wie schnell sich unser Haus mit Leben füllt.
Ich denke, ich kann für alle Mitglieder der Umweltgruppe sprechen, wenn ich sage, dass das Projekt „Insektenhotel“ allen sehr viel Spaß gemacht hat. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass wir durch die Aktion noch ein neues Mitglied dazu gewonnen haben. Dadurch, dass viele Mitarbeiter und Bewohner Materialien gespendet oder beim Bau mitgeholfen haben, denke ich, dass es uns gelungen ist, Viele für das Thema Umwelt, insbesondere das Insektensterben, sensibilisiert zu haben.
Zum Schluss möchte ich noch ein großes Dankeschön an alle Spender aussprechen. Ohne eure Gaben hätten wir so ein schönes Insektenhotel nicht bauen können.
Viele Grüße und bis zum nächsten Mal
Eure Carmen


P.S. Teilweise wurden die Fotos in einer Zeit aufgenommen, in der keine Maskenpflicht im Freien vorgeschrieben war.

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1 Kommentare

Ines Vorberg schrieb am 01.04.2021 - 22:53 Uhr

Ich habe das Haus letzte Woche bei meinem Besuch in Krautheim stehen sehen. Ist super geworden. Tolle Idee.


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