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02.06.2022 radioEdi

Respekt von beiden Seiten

Das Thema Gefühle hat in unseren Redaktionssitzungen zu vielen sehr guten Gesprächen angeregt. Besonders beim Thema Pflege hat sich gezeigt, dass eine ganze Palette unterschiedlichster Gefühle geradezu hochkocht.

Z.B. bauen sich Ärger und Wut auf, wenn Anweisungen von Pfleger*innen (P) nicht angehört werden und sie meinen, sie wüssten es besser. Vor allem wird es schwierig, wenn sie die pflegerischen Handgriffe dann einfach so machen wie sie es wollen. Für die Bewohner*innen ist es sehr wichtig, dass sie Vertrauen zum Pflegepersonal haben können, denn sie vertrauen sich ihnen mit „Leib und Seele“ ganz und gar an.

„Ich habe auch schon geweint“, berichtet ein Redaktionsmitglied, „weil ich das Gefühl hatte, nicht ernst genommen zu werden. Es ist geradezu schlimm für mich, wenn ich in meinen Gefühlen übergangen werde und das Einfühlungsvermögen nicht da ist, sich in meine Lage zu versetzen“.

Dabei wäre es für beide Seiten gut, wenn Äußerungen ernst genommen würden, denn schließlich ist jeder Rollifahrer Experte in eigener (seiner) Sache. Wenn man sich auf Augenhöhe wahrnimmt, zeigt das den Respekt von beiden Seiten von Bewohner*innen und Pfleger*innen.

Einige Probleme sind sicher auch auf das bestehende System in der Pflege zurückzuführen. Alle Schritte, die von den Pflegenden ausgeführt werden, müssen am Computer dokumentiert werden. Das ist viel Zeit, die den Bewohner*innen aber nicht zur Verfügung steht. Es gibt viele Regelungen, die vom Schreibtisch aus gemacht sind und sicher gut gemeint sind, aber man merkt in der Praxis, dass die Entscheidungsträger leider oft selber noch keine praktischen Erfahrungen gemacht haben.

Im Alltag liegt es allerdings fast immer an schlechter Kommunikation, wenn Probleme entstehen.

Soweit die Zusammenfassung unserer Gedanken. Nun standen wir vor der Herausforderung, diese in einen Beitrag zu übertragen.

Die Lösung war dieses Mal etwas ganz Besonderes. Wir bereiteten gleich 2 Beiträge vor. Eine negative und eine positive Pflege-Situation. Es sollte eine schlechte und eine gute Athmosphäre hörbar gemacht werden. Paralell dazu machten wir auch die Gedanken der Personen hörbar.

Das Positiv-Beispiel

Das Negativ-Beispiel